Mittwoch, 29. September 2010



Das Leben ist ein Kreis und ich - in ihm.

Der Alltag holt mich endlich wieder ein, war ich ihm doch so lange entlaufen. Doch als wäre es eine Spirale, merke ich auch, wie uns dieser Alltag stärkt.
Der Mensch ist wohl doch ein Gewohnheitstier. Täglich vergesse ich mich zu fragen, wo ich bin, wer ich bin und warum. Hier ist es so einfach zu sein - zwischen den Zeilen.
Wir sind, was wir tun. So selten steht die Welt still.

Es ist Herbst. Die Blätter vor meinem Fenster verfärben sich gelb. Der Himmel dahinter ist dunkelblau.
Herbst haftet an mir.

Das Leben ist ein Kreis und du -
in ihm.
Ein Blick zurück,
was wird kommen?

Ob Gestern plötzlich Morgen ist?
Am Rande des Kreises
stehen Mond und Sonne Wache,
Wellen, vor und zurück.

Vergiss niemals deinen Namen
Traumtänzer, du bist gefangen
im Lebenskreis, voll Nebel
musst du - vor und zurück.

Die Wege verfolgen
zwischen Sonne und Mond,
allein in deinem Wesen,
träumst du in Endlosschleife.

[soundtrack: My princess - NZH]
29/09/10 petit Indien
[o]

Mittwoch, 1. September 2010

Days and Days II




Dieser Tag läuft stumm.
Wortlos vergehst du,
Ungreifbar – wie Nebel.
Ein Fenster ins Nichts.

Dieser Tag klingt nach Turmuhr.
Laut hallen die Sekunden -
du springst auf,
Freiheit des Vogelfreien!

Dieser Tag ist ein Spiegelbild.
Minuten ziehen Kreise,
die in dir
nach dem Regen schreien.

Dieser Tag hat ein Echo.
Du bist ein Orkan,
jede Stunde,
anderes Licht!

Dieser Tag wirkt bodenlos.
Du suchst ein Fernrohr,
versuchst nichts zu sehen
und doch alles.

Heute steht allein.
Du drehst dich um,
wirst zu ich und ihr,
Gestern und Morgen.

[soundtrack: Days and days - Tegan and Sara]
18/07/10 petit Indien
[o]

Donnerstag, 8. Juli 2010

Growth hurts


Wachsen, erwachsen,
außernander ziehen,
nicht wissen wohin.

Fühlt sich an wie
Kaugummi,

Spiel am Abgrund.

Sieht aus wie

ein Netz aus
Lebensfreunden.

Riecht einfach nach
nichts, was man
riechen könnte -
can't smell you.

Wirkt so

ohne Plan - einfach

mal drauf los
ins Abenteuer.

Doch wenn man dann
nicht weiß, wie 's
weitergehen soll -

Growth hurts.

Denn alles ist
so lebensnah,
ohne was dazwischen
und ganz allein.

Und doch kann

ich nur so, nachts
im Sternenmeer
voll versinken.

Denn ab und zu

im Auge des Orkans
der Gefühle und Mehr -
fliegt vorbei ein
Löwenzahn.

[soundtrack: You wouldn't like me - Tegan and Sara]
08/07/10 petit Indien
[o]

Montag, 14. Juni 2010

Days and Days



Es gibt Tage und Tage.

Manche Tage sind stille Tage.
Man verbringt den Tag fast ausschließlich schweigend. Man ist allein, arbeitet an sich oder an einem Gefühl, dass da ganz tief in einem sitzt. In diesen Tagen will man zuhören und nicht sprechen, will in sich und nicht raus.


Manche Tage sind laute Tage.
Man will raus in die Welt, möglichst viel erleben und wenn es geht, alles auf einmal! Man will reden, lachen, sich im Kreis drehen und einfach die Freiheit und Leichte des Lebens spüren.

Manche Tage sind taube Tage.

Sie sind nur ein Schatten. Man will umbedingt - aber irgendwie geht nichts. Man hat das Gefühl, ein graues Tuch liege über einem und nicht mal die Sonne strahle wie an anderen Tagen. Nichts ist wirklich an diesen Tagen, alles Illusion.


Manche Tage sind junge Tage.

Plötzlich sieht man wieder die ganzen kleinen Wunder und freut sich darüber, einen verblühten Löwenzahn pusten zu können. In diesen Tagen sind Sonnenstrahlen das perfekte Glück und jedes Lächeln einzigartig und unübertreffbar.


Manche Tage sind alte Tage.

Sie sitzen an einem Ende und werden zu Fernröhren, in denen die Zeit rückwärts läuft. An manchen Tagen denkt man zurück und erkennt plötzlich Wege, wo davor keinen waren.

Manche Tage sind einsam.

Sie sind Umbruchstage, die Veränderung wollen. In diesen Tagen beginnt ein neues ich, das eins wird mit den anderen. Sie sind die Übergangstage, Verbindung zwischen Heute und Morgen.

[soundtrack: Days and Days - Tegan and Sara]

14/06/10 petit Indien
[o]

Samstag, 12. Juni 2010

Some people feel the rain. Others just get wet. ♥


Regen.

Wie die Wassertropfen auf mich fallen,
mir ihr stummes Lied zeigen,
der dunkle Himmel über mir.

Habe ich das Gefühl,
er sei es,
der seine ganze Wut und Trauer herauslässt,
während ich in mich gehe.

Es ist an mir, den Regen zu fühlen.
Die Kühle und Frische,
die nur der Regen bringt.

Als wäre der Himmel mein Zelt,
gehe ich darin auf und
versuche den Regen zu tragen,
in mir und auf mir.

Es ist ein Weg,
eine Heilung vom Alltag
und vorm Versinken in der grauen Welt.

Im Regen werde ich wiedergeboren,
im Regen weilt man in sich,
denkt nach, träumt - solange, bis man ... anderst ist.

Regen ist etwas Unglaubliches,
er bringt Leben und Stille zugleich.

Er zieht uns in unsere eigene Welt
und bringt Menschen in der Einsamkeit,
die nur von Blicken überwunden werden kann.

Nichts ist vergleichbar,
mit der Ruhe nach dem Regen,
in der das Leben,
eine Weile zum Verstehen braucht.

[soundtrack: Deep Forest - Sweet Lullaby]
13/06/10 petit Indien
[o]