Montag, 14. Juni 2010

Days and Days



Es gibt Tage und Tage.

Manche Tage sind stille Tage.
Man verbringt den Tag fast ausschließlich schweigend. Man ist allein, arbeitet an sich oder an einem Gefühl, dass da ganz tief in einem sitzt. In diesen Tagen will man zuhören und nicht sprechen, will in sich und nicht raus.


Manche Tage sind laute Tage.
Man will raus in die Welt, möglichst viel erleben und wenn es geht, alles auf einmal! Man will reden, lachen, sich im Kreis drehen und einfach die Freiheit und Leichte des Lebens spüren.

Manche Tage sind taube Tage.

Sie sind nur ein Schatten. Man will umbedingt - aber irgendwie geht nichts. Man hat das Gefühl, ein graues Tuch liege über einem und nicht mal die Sonne strahle wie an anderen Tagen. Nichts ist wirklich an diesen Tagen, alles Illusion.


Manche Tage sind junge Tage.

Plötzlich sieht man wieder die ganzen kleinen Wunder und freut sich darüber, einen verblühten Löwenzahn pusten zu können. In diesen Tagen sind Sonnenstrahlen das perfekte Glück und jedes Lächeln einzigartig und unübertreffbar.


Manche Tage sind alte Tage.

Sie sitzen an einem Ende und werden zu Fernröhren, in denen die Zeit rückwärts läuft. An manchen Tagen denkt man zurück und erkennt plötzlich Wege, wo davor keinen waren.

Manche Tage sind einsam.

Sie sind Umbruchstage, die Veränderung wollen. In diesen Tagen beginnt ein neues ich, das eins wird mit den anderen. Sie sind die Übergangstage, Verbindung zwischen Heute und Morgen.

[soundtrack: Days and Days - Tegan and Sara]

14/06/10 petit Indien
[o]

Samstag, 12. Juni 2010

Some people feel the rain. Others just get wet. ♥


Regen.

Wie die Wassertropfen auf mich fallen,
mir ihr stummes Lied zeigen,
der dunkle Himmel über mir.

Habe ich das Gefühl,
er sei es,
der seine ganze Wut und Trauer herauslässt,
während ich in mich gehe.

Es ist an mir, den Regen zu fühlen.
Die Kühle und Frische,
die nur der Regen bringt.

Als wäre der Himmel mein Zelt,
gehe ich darin auf und
versuche den Regen zu tragen,
in mir und auf mir.

Es ist ein Weg,
eine Heilung vom Alltag
und vorm Versinken in der grauen Welt.

Im Regen werde ich wiedergeboren,
im Regen weilt man in sich,
denkt nach, träumt - solange, bis man ... anderst ist.

Regen ist etwas Unglaubliches,
er bringt Leben und Stille zugleich.

Er zieht uns in unsere eigene Welt
und bringt Menschen in der Einsamkeit,
die nur von Blicken überwunden werden kann.

Nichts ist vergleichbar,
mit der Ruhe nach dem Regen,
in der das Leben,
eine Weile zum Verstehen braucht.

[soundtrack: Deep Forest - Sweet Lullaby]
13/06/10 petit Indien
[o]