Mittwoch, 9. November 2011

Schwerelos

Ruhe stülpt sich
über mich.
Wie ein dichtes Netz
nimmt sie mich
fest in den Arm,
übergibt der dunklen Nacht
festen Schlaf,
festes Glück
und alles,
was ich ersehnt,
zurück.

Voller Liebe,
Ruhe und Rast.
Kreise nicht,
schwanke nur.
Bin schwerelos - 
meine Schwere
los.

Du
machst mich
ganz, machst
mich.
Du
begreifst meinen
Schritt, ergreifst
meine Hand, 
hältst
fest

Ruhe lässt mich
los - sehen, weiter.
Lässt mich wagen,
wandern, klare Luft.
Wir atmen
unser Leben.

 
[o] 
09/11/11 petit Indien
[soundtrack: Paul Kalkbrenner - Dockyard]

Montag, 17. Oktober 2011

Du warst Feuer.

Ich
will nicht mehr
kämpfen um etwas,
was nicht ist.
Um Werte,
die du zwar
siehst, nicht lebst.
Doch meine
Wut, meine Kraft,
mein Drängen dir
die Augen zu öffnen
ist nur
Illusion.
Gescheitert. Verlaufen.
Du lässt mich
Stürzen, abrutschen an
deinem glatten Bild,
deiner Angst vor der
Offenbarung.

Verständlich,
ich verstehe.
Ich weiß, was es
Heißt zu wagen,
heißt zu scheitern.

Ich versteh’s –
nur dich, dich
versteh’ ich nicht.

Weiß nicht, was du
in dir trägst,
dass du diese Angst
mich spüren lässt.
Ich
will nicht mehr
kämpfen, ich
zieh mich zurück.

Du willst
Tiefe, willst dem
Drang zum Weiter nachgeben,
willst – ja was?
Will ich
mich in dir sehen?
Will ich
meine Werte zu
deinen Werten machen?
Trotz der Täuschung,
trotz der Ent-täuschung –
ich trotze,
ich
verrenne mich in
meinem Netz der
angeblichen Vertrautheit.
Ver-trauen. Nein.
Du vertraust mir nicht.
Ich vertraue dir nicht.
Wir sind zwei Fremde in
Einem Bild der Vertrautheit,
in einem Bild von

Sternen – hoch am Himmel!
Sehen wir uns,
spüren nicht die Kälte,
sehen nur Licht.
Doch jetzt
- ja! -
ist die Nacht,
das Licht der Dunkelheit,
das uns umfängt.
Ein Moment, hier,
im Bitteren, echt, zitternd,
ja, ich sehe dich.
Ohne dazu, ohne weg.
Ich sehe dich.
Weil ich
still stehe,
nicht mehr wegrenne
vor
dem Jetzt.

Hätte gedacht,
ich wüsste langsam
dass alles nur
im Wandel besteht.
Du
bringst mich zum zweifeln.
Wir beide
wenden uns ab.

Es ist unser Weg –
kurzes Leben,
langes Danach.

Aber
einmal, da
da hab ich dir
vertraut, da war
alles zwischen uns
echt.


Ist es das,
was ich halten soll?
Diese Wahrheit,
dass du bist,
mal warst – mir mir?
Weiter gehst,
wir beide,
verloren im
Zug des Lebens,
im Drängen der
Worte,
verloren in uns?

Mein Sehnen nach
dem wahren Wort,
dem einen Blick,
dem von-mir-zu-dir,
das ist es,
was ich weiter besteht.

-Ich will dich sehen!
Doch du gehst mir
aus dem Weg,
lässt mir meine Gedanken,
vergangen im Zauber der Jugend.
Nichts währt ewig.
Jetzt ist es ein
‚wir waren’.
-Wir waren doch so
schön, so stark.

Wir waren doch so
geblendet vom Licht der
Illusion, so strahlend,
weil weiß.
Da ist kein Weiß.
Es ist vergangen. Ich
will dich loslassen.
Nichts bleibt wie es war,
wir werden
du und ich.
Du wirst sie,
ich dir fremd
und gemeinsam nur mehr
zwei Sterne am Himmel,
gemeinsam zwei Träumer,
gemeinsam? –nichts.

Ich lass dich los,
lass dich gehen,
lass dir deine
Werte, deine Zahlen, deine
Freiheit, die mich nicht meint.
Was bleibt?
Die Schönheit des
einst geknüpften Wörternetzes.
Du
warst meine
Nacht, warst mein
Strudel, mein
Ziel im feurigen Glanz.
Hab ich dich
ohne es zu merken
überholt? Neu geschrieben?
-ersetzt?
...was bleibt?

Ich...
Halte fest an
meiner Angst vorm Nebel,
meinem Blick zum Wind
und dem Feuer in mir.
Dem Feuer in dir?
Du bist...
Feuer.


13/10/11 petit Indien
[o]

Donnerstag, 1. September 2011

Spiegel

Es ist mir egal, was die Leute sagen,
so egal, was sie denken,

denken über mich,

solange ich nur nicht

genauso denke, mich genauso nur

von außen sehe,

nicht mehr weiß,

wer ich in mir bin

und was denn

von den vielen Gedanken über mich

richtig ist.


01/09/11 petit Indien

[o]



Montag, 1. August 2011

durchsichtige Tage

Ich will
wissen was
ich hier
will,
will sprechen -
mit mir,
damit ich
wieder ganz
bin, mich
ganz fühle,
nicht mehr so
halb und normal.
Ich will mich wieder
anders fühlen,
damit ich in mir
im Reinen bin,
will mit Liebe
meinen Tag be-
ginnen und beenden,
die Zeit erschmecken,
das Leben mit jedem
Augenblick herausfordern.
Ich will mich nicht mehr
aus mir heraus zwingen,
obwohl ich doch
nicht aus mir heraus will,
will meinem Ziehen
nachgeben, nachgehen,
damit die Zeit für mich
von Wert ist.
[soundtrack: Heartbeat - Nneka]
01/08/11 petit Indien
[o]

Donnerstag, 14. Juli 2011

Bis der Nebel fällt.

Für S.
Ich weiß nicht,
wohin das Ganze mich führen soll.
Ich sehe nur die
schwarzen Worte auf dem weißen
Hintergrund aufblinken,
wenn ich mich der Hast eines
Verlorenen hingebe,
mich versuche mit ihnen
wieder selbst zu finden.
Bin ich das?
Verloren zwischen den Zeilen?
Weil sie mich
nicht an sich ran lässt?
Weil sie mich
unwichtig erscheinen lässt,
mich nicht als Stern sieht -
einmal nicht ich, leuchtend?
Was soll ich sagen,
was soll ich sein.
Mein Wunsch lebt weiter,
mein Wille geschähe.
Wie wir dort oben,
so wir hier unten -
einfach nichts.
Wir sind nichts,
der Himmel könnt uns verschlucken,
er wird sich
über uns stülpen,
über das 'Wir' in mir.
Du nimmst mir
meine Realität,
du nimmst mir meine
Illusionen, die sich
wie ein Schleier
über mich legen sollten,
die mich bedecken sollten -
stilles Leichentuch.
Du nimmst mir,
gibst mir
Jahre, Wunder.
Ich bin nicht länger
klein, bin nicht länger
so, wie ich mal war.
'Wir' sollte
versinken.
Und wieder sitzt ich da.
Schwere ist auf mir,
ich bin schwer,
die Luft drückt
und ich kann und kann
nur an dich denken.
Denn es geht zu Ende -
siehst du es?
'Wir' wird blasser,
wird leblos,
um zu versinken im
'wir' waren.
Wir waren doch so
gut, so echt, was hab ich getan?
Was werd' ich mich fragen,
fragst du dich.
Was geb' ich verloren,
ach ihr Traumgeister,
lasst mich gehen.
Es gibt mir keinen Sinn,
ihr Worte in den Mund zu legen.
Sie fühlen sich schlecht an,
verwesen noch bevor
sie ihre Zunge berühren.
Ich kann nur noch
tote Worte verschenken.
Und was bleibt?
Ich will wissen
für was das alles
mich umgab.
Warum sollt ich
Liebe finden,
wenn's doch keine Liebe war?
Ich bin
fremd für dich.
Du bist
undurchschaubar.
Wir sind
zwei Menschen in einem Raum,
die sich nicht sehen können,
die nicht wissen,
wohin sie gehen.
Ich kann nur in mir -
vielleicht ist das der Sinn -
gehen, sehen, ich bin allein.
Ich soll allein,
soll mich aus-, erleben,
soll nicht so
passiv dasitzen und dich einfach nur
anschauen.
Vielleicht ist das der Sinn -
wir alle sind Menschen mit
nur einem Weg.
Es ist unser Weg,
den wir gehen,
niemals zusammen, weil
zusammen sein nicht eins sein heißt.
Zwei Wege, ein Wunsch.
Zwei Wege, kein Wunsch -
bei uns.
Ich muss
aufatmen, muss mich
durchatmen, durchfühlen.
Ja, ich lebe noch,
ja, das ist noch immer
der eine meine Weg.
Und du,
ob nun auch mein Wunsch oder nicht,
du gehst weiter,
blickst dich nicht um,
kannst mich nicht fühlen,
denn wenn ich dir nicht
sage, wer ich bin,
woher sollst du dann
die Weisheit nehmen?
Es ist mein Wille,
der dich mich spüren lässt -
Verstehst du?
Es sollte
ein Geschenk sein,
kein Fund.
Es sollte
von Bedeutung und nicht
so schmutzig und am Boden.
Ich will mich
anders fühlen,
will aufstehen,
mich ansehen,
wissen wer und mit wem ich heute bin
und dann losgehen,
ein Schritt
nach einem Schritt
nach einem Schritt,
einem Weg,
einem Leben.
Ich bin
stark.
Ich bin
hier! Auch ohne
deinen Blick,
werd' ich weiter gehen.
Ich will,
also kann ich.
Dies ist ein Lebenslied,
dies hilft,
dies lässt mich hoffen,
dies gibt mir Leben.
Denn, ja,
das Leben ist eine
Illusion nach einer
Illusion, nach einer
Illusion.
Ein Schleier fällt,
der Nebel noch da.
Verdeckt die vielen tausend
neuen Schleier,
die sich vor neuen Frauen
und neuen Wegen auftun.
Bis der Schleier fällt
bin ich noch
in Gedanken nur bei dir,
werd' die Illusion genießen,
die Täuschung,
der doch an Schönheit
nichts fehlen kann.
Du bist
nur eine Täuschung.
Weil ich dich in mir
sehen kann, was nicht ist.
Du bist nicht in mir -
vergiss die kleinen Momente,
wo du es warst -
du bist auf deinem Weg,
gehst ihn allein und voll Wille,
weiter Richtung
Meer, weil du nun mal
mehr bist, wie du bist.
Ich sollte dir sagen,
dass ich es nun verstehe,
dass ich nun weiß,
was dich die ganze Zeit weiter zog.
Ich will dir sagen,
dass der Käfig nun offen ist,
du gehen kannst,
ich versteh nun den Zweck,
ich werd' nicht länger halten,
doch du...
bist längst schon weg.

[soundtrack: Hypersomnia - Masha Qrella] 
 08/07/11 petit Indien 
 [o]

Sonntag, 10. Juli 2011

Nur Fiktion.




Alles ist Fiktion.
Wir gehen, stehen neben uns,
können nicht verstehen,
was diese Welt mit uns macht,
die weiter auf uns einwirkt
und uns nicht zeigt,
was daraus mal werden soll.
Wir sind die Wörter der Welt,
sie macht mit uns,
was sie will.
Ich will mich...
einsperren, zurück ziehen,
will Ruhe in mir, Windstille.
Ich will nicht weiter
auf dich einwirken,
will dich leben lassen,
mich leben lassen – wie?
Ich will dein Herz und deine Hand,
will dich lieben, ehren,
weiter gehen – bis zum
Ende des Tages - allein?
Wir reden an uns vorbei,
ich mich leer,
du dich durch
und Wörter verbinden nicht länger,
was zusammen sein soll.
Ich wünscht, du sähst die Welt
ein bisschen so wie ich,
damit meine Stimme nicht so
an Sinn verliert,
nicht so durchsichtig wird,
wie sie immer und immer wieder
davon spricht in Kreisen
dich zu lieben.
Hab das Gefühl,
sie würd sie in Blättern eingraben
und mehr und mehr
an Höhe verlieren,
da Tiefe gewinnen -
die du nicht siehst.
Ich will, wünsche,
strecke meine Fühler aus,
um dich zu ertasten.
Doch du spürst nur
den Druck, spürst nur die Wut,
kannst nicht sehen,
wer ich bin.
Ich wünscht alles wär so leicht,
wie schwarze Tinte auf Papier.
Wir, du und ich,
bleibt weiter ein Bild,
das nicht leben kann,
noch nicht.
Dennoch ist es ein Wort,
schwarz auf weiß,
und sei es nur Fiktion,
dann wenigstens da.
'Wir' sind Fiktion.
'Wir' leben auf Papier,
malen Bilder mit Wasser
und selbst wenn verloren -
niemals weg.
Denn etwas bleibt.
'Wir' in mir.
[soundtrack: Bella - Angus & Julia Stone]
10/07/11 petit Indien
[o]

Donnerstag, 7. Juli 2011

Leben II

Für R.

Will Stimme in mir -
oder immer das,

was ich nicht habe.
Ich fühle wie ein

reißender Strom -

immer anders, immer weg.

Mein Herz schreit,
wenn ich dort, schreit,

wenn ich da.

Bin ich Eine,

die in sich getrennt -
voll kranker Leidenschaft

und immer dort, wo nicht war?
Nur der Schmerz allein

kann mich vereinen.

Irgendwann wird das,

was mir am nächsten
zu weit weg um zu sein,

doch fragen werd' ich nur,

wo das nächste ist.

Verstehst du mein
Ziehen ins Nirgendwo?
Dort wo alle Wege,
zum Ende führen
und in Anfang müden.

Wenn dunkle Nacht

am Schatten zerrt:

Ich bin allein,
du bist allein,

zusammen sind wir - allein?

Oft frag' ich mich,

weißt du,
dass mein Blick sucht -
deinen nur?
Doch du... siehst mich nicht.

Ruhe soll sein.

Was sein soll und ist,
zieht in alles ein,

weg von mir und dir.

Ich liebe, also lebe ich?
Doch Liebe kann das Nichts
nicht vertreiben.

Denn wir alle
tragen Schatten im Herzen.
Lass mich deine Schatten sehen,
will sie fühlen und berühren,

denn diese Schatten allein -

Verstehst du? -
führen mich zum Sein.
Sie bringen dich

tiefer, lassen dich
verfließen,

dunkler werden,
echt.
Es gibt nichts,

das einfach ist ohne Frage.

Ich will dich schwarz,

ich will dich hart.

Ich will dich tasten, schmecken,

ich will dich so, roh und voller
Schmutz auf der Seele,
will dich so,

wie ich fühle - mit dir.
Du bringst mich zum
Schwarz - Weiß.

Wo's entweder
dunkel oder
hell,
wo alles an Bedeutung

untergeht in

Rufen nach Unendlichkeit.

Mir ist egal,

was andere sagen.

Vielleicht deshalb,

weil außen zu weiß,

innen zu schwarz.

Du.
Du bringst mich zum
Schwarz - Weiß.
Doch da ist mehr!
Kurz war Ruhe,

in der Ruhe - in mir.
Kurz war nur ich

und du warst weit weg.

Können Gedanken nur alleine?

Wurzeln
schlagen Bäume.

Doch du

verstehst keinen brennenden Baum,

der sich vor lauter

Sehnsucht nach Wandlung

selbst verzehrt.

Nein, du siehst Regen

und denkst Wasser.
Du. Bist nicht wie ich.

Ich sehe Regen
und denke Ruhe.

Du weißt nicht,
dass ich in mir Mensch

gegen Traum kämpft.

Und dass mal der eine
und mal der andere.

Du weißt nicht,

dass beide warten,
indem sie suchen
und lachen,

indem sie weinen.
Du weißt nicht,
dass ich Regen brauche,
um Sonne zu spüren.

Nein, du siehst Sonne

und denkst warm.

Du bringst mich zum

verzweifeln.
Lässt mich den Anfang

zum Ende machen,

lässt mich suchen,
obwohl du doch
die
Antwort bist.

Ich seh nicht länger
wohin das führen soll.

Ich hab den Strudel satt,

der mit all seiner Kraft
mich von rechts nach links
nach rechts nach links

und eigentlich doch nur
nach unten drückt.

Nein.
Ich-
Ihr-
Ihr alle, Sterne,
könnt ihr Schnuppen fühlen?

Und gibt es da draußen

Sterne, die fallen wollen?

Und gibt es auch Träume,

die noch frei tanzen?

Ich. Habe einen Wunsch
nach einer Welt

voller -
Leben.

08/07/11 petit Indien
[o]

Sonntag, 5. Juni 2011

Schreibwut.

Und geh ich unter,
dann nur in deinem Bild,
nur mit dir in mir.
Und geh ich unter,
dann will ich dich
begraben in mir,
will dein Bld nehmen,
in mir ersticken,
will weiter werden
mit deiner
unendlichen Existenz,
die in mir zu Leben wird.

Ich bin
nur mit deinem -
Ich will
weiter in dich -
Ich werde -
du weißt es nicht?

Jetzt ist es soweit,
jetzt gehe ich
weiter in mich,
jetzt werde ich
zu dem, was ich nie
sein wollte.

Doch solange
dein Bild noch
nur Glas und Papier,
bin ich nichts -
nur eine Idee,
bin nur ein Körper,
nur ein Bild,
das mit dir
untergehen wollt,
damit seine Scherben
einen Platz zum
eindringen haben -
nimm mich auf!
Lass mich Leben in dir!
Ich kann
nur sein mit dir.
Ich bin nur dein Bild,
im Spiegel verzerrt,
nicht fest in Gestalt,
bin ich vergangen,
bin ich verflossen.

Wir sehen
wie Glas sich
in uns hinein frisst,
wie Blasses zu Rotem wird,
wie alles lebt,
erneuert, voll Farbe.
'Wir' gibt es nicht.
'Wir' ist nur
eine Idee,
ein Bild,
vom Spiegel verzerrt,
das nichts als Scherben frisst,
das sich nur weiter dreht
und dreht und dreht.
Spiegelwort.

Mein, dein Spiegelbild
wollt ich einschlagen,
wollt ich zähmen,
wollt ich aufnehmen,
damit es wahr wird,
wird zu mir,
ich nicht so
voll Sprünge im Glas,
nicht so wahr -
sind wir doch alle
nur Ideen,
Gedanken -
doch was bleibt?

Schreibwut.

[soundtrack: If That's Your Light, Where's Your Shadow - Lowtus]
05/06/11 petit Indien
[o]

Freitag, 3. Juni 2011

Herzenslust


Nur du und ich-
freier Wind,
bläst,
meine Schwere weg.
Wir sind
stehen im Wind,
laufen aufs weite
Feld - weg!
Nichts ist gewiss,
du plötzlich weg,
wieder da,
doch alles fließt
und wächst und ist
so -
Sommer im Herzen.
Weil ich dich sehe,
weil ich dich spüre,
weil wir fliegen könnten,
nicht tun um
weiter hier
vorm Wind wegzurennen
und weiter so tun,
als ob alles sich nur dreht,
als ob das hier nicht
neu sei,
jeder Windhauch
schon bekannt.
rennen wir weiter raus,
so weit bis ich
irgendwann vielleicht doch
wieder allein bin.
Weil du vielleicht doch
fliegen wolltest -
und ich nicht?
Doch bis dahin
muss ich einfach
nur glücklich sein,
kann nicht anders,
als weiter Richtung Wind,
als weiter Richtung dem,
von dem ich nicht
zurück kann:
Richtung Leben.

[soundtrack: Champion Sound - Crystal Fighters]
03/06/11 petit Indien
[o]

Mittwoch, 11. Mai 2011

Leben.




"Ich wünschte das Leben wäre süßer. Verstehst du, irgendwie nicht so bitter oder trocken oder fad oder scharf..."



Alles ist, wie es sein soll.
Leben gibt es nicht,

nur Moment nach Moment

nach Moment nach Moment.


Wir sind
dazwischen.
Zwischen jedem Moment,

süß oder bitter, trocken, fad oder scharf.


Wir sind zwischen
den Zeiten,
zwischen Heute und Morgen

und egal wie -

es ist.


Leben ist meine Hoffnung,

Leben ist mein Trauer,

alles geht
geht weiter
und weiter und weiter.


Wir sind Leben,

wir sind ein Moment

nach dem nächsten.


Doch der Wunsch

ist unsere Seele

und ohne ihn

würden wir untergehen.


Also müssen wir

weiter wünschen und leben,
um weiter zu hoffen

und weiter zu träumen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Narben

Für M.

Mich faszinieren deine Narben. Sie geben mir Hoffnung.
Ich mag die weiße Haut, die sich über vergangene Wunden spannt und zeigt, wer du bist. Wer du warst. Narben sind außen. Narben kann man sehen. Sie geben mir Halt.
Mich faszinieren deine Augen. Mich faszniert dein Blick. Wenn du mir in die Augen schaust und ich nicht weiß, ob du nun in mich oder durch mich schaust. Ich würde gerne genauso blicken, egal ob in oder durch. Doch ich schaue weg. Ich kann nicht. Noch nicht.