Donnerstag, 7. Juli 2011

Leben II

Für R.

Will Stimme in mir -
oder immer das,

was ich nicht habe.
Ich fühle wie ein

reißender Strom -

immer anders, immer weg.

Mein Herz schreit,
wenn ich dort, schreit,

wenn ich da.

Bin ich Eine,

die in sich getrennt -
voll kranker Leidenschaft

und immer dort, wo nicht war?
Nur der Schmerz allein

kann mich vereinen.

Irgendwann wird das,

was mir am nächsten
zu weit weg um zu sein,

doch fragen werd' ich nur,

wo das nächste ist.

Verstehst du mein
Ziehen ins Nirgendwo?
Dort wo alle Wege,
zum Ende führen
und in Anfang müden.

Wenn dunkle Nacht

am Schatten zerrt:

Ich bin allein,
du bist allein,

zusammen sind wir - allein?

Oft frag' ich mich,

weißt du,
dass mein Blick sucht -
deinen nur?
Doch du... siehst mich nicht.

Ruhe soll sein.

Was sein soll und ist,
zieht in alles ein,

weg von mir und dir.

Ich liebe, also lebe ich?
Doch Liebe kann das Nichts
nicht vertreiben.

Denn wir alle
tragen Schatten im Herzen.
Lass mich deine Schatten sehen,
will sie fühlen und berühren,

denn diese Schatten allein -

Verstehst du? -
führen mich zum Sein.
Sie bringen dich

tiefer, lassen dich
verfließen,

dunkler werden,
echt.
Es gibt nichts,

das einfach ist ohne Frage.

Ich will dich schwarz,

ich will dich hart.

Ich will dich tasten, schmecken,

ich will dich so, roh und voller
Schmutz auf der Seele,
will dich so,

wie ich fühle - mit dir.
Du bringst mich zum
Schwarz - Weiß.

Wo's entweder
dunkel oder
hell,
wo alles an Bedeutung

untergeht in

Rufen nach Unendlichkeit.

Mir ist egal,

was andere sagen.

Vielleicht deshalb,

weil außen zu weiß,

innen zu schwarz.

Du.
Du bringst mich zum
Schwarz - Weiß.
Doch da ist mehr!
Kurz war Ruhe,

in der Ruhe - in mir.
Kurz war nur ich

und du warst weit weg.

Können Gedanken nur alleine?

Wurzeln
schlagen Bäume.

Doch du

verstehst keinen brennenden Baum,

der sich vor lauter

Sehnsucht nach Wandlung

selbst verzehrt.

Nein, du siehst Regen

und denkst Wasser.
Du. Bist nicht wie ich.

Ich sehe Regen
und denke Ruhe.

Du weißt nicht,
dass ich in mir Mensch

gegen Traum kämpft.

Und dass mal der eine
und mal der andere.

Du weißt nicht,

dass beide warten,
indem sie suchen
und lachen,

indem sie weinen.
Du weißt nicht,
dass ich Regen brauche,
um Sonne zu spüren.

Nein, du siehst Sonne

und denkst warm.

Du bringst mich zum

verzweifeln.
Lässt mich den Anfang

zum Ende machen,

lässt mich suchen,
obwohl du doch
die
Antwort bist.

Ich seh nicht länger
wohin das führen soll.

Ich hab den Strudel satt,

der mit all seiner Kraft
mich von rechts nach links
nach rechts nach links

und eigentlich doch nur
nach unten drückt.

Nein.
Ich-
Ihr-
Ihr alle, Sterne,
könnt ihr Schnuppen fühlen?

Und gibt es da draußen

Sterne, die fallen wollen?

Und gibt es auch Träume,

die noch frei tanzen?

Ich. Habe einen Wunsch
nach einer Welt

voller -
Leben.

08/07/11 petit Indien
[o]

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