Sonntag, 10. Juli 2011

Nur Fiktion.




Alles ist Fiktion.
Wir gehen, stehen neben uns,
können nicht verstehen,
was diese Welt mit uns macht,
die weiter auf uns einwirkt
und uns nicht zeigt,
was daraus mal werden soll.
Wir sind die Wörter der Welt,
sie macht mit uns,
was sie will.
Ich will mich...
einsperren, zurück ziehen,
will Ruhe in mir, Windstille.
Ich will nicht weiter
auf dich einwirken,
will dich leben lassen,
mich leben lassen – wie?
Ich will dein Herz und deine Hand,
will dich lieben, ehren,
weiter gehen – bis zum
Ende des Tages - allein?
Wir reden an uns vorbei,
ich mich leer,
du dich durch
und Wörter verbinden nicht länger,
was zusammen sein soll.
Ich wünscht, du sähst die Welt
ein bisschen so wie ich,
damit meine Stimme nicht so
an Sinn verliert,
nicht so durchsichtig wird,
wie sie immer und immer wieder
davon spricht in Kreisen
dich zu lieben.
Hab das Gefühl,
sie würd sie in Blättern eingraben
und mehr und mehr
an Höhe verlieren,
da Tiefe gewinnen -
die du nicht siehst.
Ich will, wünsche,
strecke meine Fühler aus,
um dich zu ertasten.
Doch du spürst nur
den Druck, spürst nur die Wut,
kannst nicht sehen,
wer ich bin.
Ich wünscht alles wär so leicht,
wie schwarze Tinte auf Papier.
Wir, du und ich,
bleibt weiter ein Bild,
das nicht leben kann,
noch nicht.
Dennoch ist es ein Wort,
schwarz auf weiß,
und sei es nur Fiktion,
dann wenigstens da.
'Wir' sind Fiktion.
'Wir' leben auf Papier,
malen Bilder mit Wasser
und selbst wenn verloren -
niemals weg.
Denn etwas bleibt.
'Wir' in mir.
[soundtrack: Bella - Angus & Julia Stone]
10/07/11 petit Indien
[o]

1 Kommentar:

  1. wunderbares gedicht! ich liebe es, vor allem wieder diese zwiegespaltenheit...die du am anfang anklagst und dann am schluss wieder zusammenführst und zwar nicht zwanghaft sondern wahr...deine gedichte sind für mich wahrheit!
    caro boooonde, deine krawallschwester!

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