Für S.Ich weiß nicht,
wohin das Ganze mich führen soll.
Ich sehe nur die
schwarzen Worte auf dem weißen
Hintergrund aufblinken,
wenn ich mich der Hast eines
Verlorenen hingebe,
mich versuche mit ihnen
wieder selbst zu finden.
Bin ich das?
Verloren zwischen den Zeilen?
Weil sie mich
nicht an sich ran lässt?
Weil sie mich
unwichtig erscheinen lässt,
mich nicht als Stern sieht -
einmal nicht ich, leuchtend?
Was soll ich sagen,
was soll ich sein.
Mein Wunsch lebt weiter,
mein Wille geschähe.
Wie wir dort oben,
so wir hier unten -
einfach nichts.
Wir sind nichts,
der Himmel könnt uns verschlucken,
er wird sich
über uns stülpen,
über das 'Wir' in mir.
Du nimmst mir
meine Realität,
du nimmst mir meine
Illusionen, die sich
wie ein Schleier
über mich legen sollten,
die mich bedecken sollten -
stilles Leichentuch.
Du nimmst mir,
gibst mir
Jahre, Wunder.
Ich bin nicht länger
klein, bin nicht länger
so, wie ich mal war.
'Wir' sollte
versinken.
Und wieder sitzt ich da.
Schwere ist auf mir,
ich bin schwer,
die Luft drückt
und ich kann und kann
nur an dich denken.
Denn es geht zu Ende -
siehst du es?
'Wir' wird blasser,
wird leblos,
um zu versinken im
'wir' waren.
Wir waren doch so
gut, so echt, was hab ich getan?
Was werd' ich mich fragen,
fragst du dich.
Was geb' ich verloren,
ach ihr Traumgeister,
lasst mich gehen.
Es gibt mir keinen Sinn,
ihr Worte in den Mund zu legen.
Sie fühlen sich schlecht an,
verwesen noch bevor
sie ihre Zunge berühren.
Ich kann nur noch
tote Worte verschenken.
Und was bleibt?
Ich will wissen
für was das alles
mich umgab.
Warum sollt ich
Liebe finden,
wenn's doch keine Liebe war?
Ich bin
fremd für dich.
Du bist
undurchschaubar.
Wir sind
zwei Menschen in einem Raum,
die sich nicht sehen können,
die nicht wissen,
wohin sie gehen.
Ich kann nur in mir -
vielleicht ist das der Sinn -
gehen, sehen, ich bin allein.
Ich soll allein,
soll mich aus-, erleben,
soll nicht so
passiv dasitzen und dich einfach nur
anschauen.
Vielleicht ist das der Sinn -
wir alle sind Menschen mit
nur einem Weg.
Es ist unser Weg,
den wir gehen,
niemals zusammen, weil
zusammen sein nicht eins sein heißt.
Zwei Wege, ein Wunsch.
Zwei Wege, kein Wunsch -
bei uns.
Ich muss
aufatmen, muss mich
durchatmen, durchfühlen.
Ja, ich lebe noch,
ja, das ist noch immer
der eine meine Weg.
Und du,
ob nun auch mein Wunsch oder nicht,
du gehst weiter,
blickst dich nicht um,
kannst mich nicht fühlen,
denn wenn ich dir nicht
sage, wer ich bin,
woher sollst du dann
die Weisheit nehmen?
Es ist mein Wille,
der dich mich spüren lässt -
Verstehst du?
Es sollte
ein Geschenk sein,
kein Fund.
Es sollte
von Bedeutung und nicht
so schmutzig und am Boden.
Ich will mich
anders fühlen,
will aufstehen,
mich ansehen,
wissen wer und mit wem ich heute bin
und dann losgehen,
ein Schritt
nach einem Schritt
nach einem Schritt,
einem Weg,
einem Leben.
Ich bin
stark.
Ich bin
hier! Auch ohne
deinen Blick,
werd' ich weiter gehen.
Ich will,
also kann ich.
Dies ist ein Lebenslied,
dies hilft,
dies lässt mich hoffen,
dies gibt mir Leben.
Denn, ja,
das Leben ist eine
Illusion nach einer
Illusion, nach einer
Illusion.
Ein Schleier fällt,
der Nebel noch da.
Verdeckt die vielen tausend
neuen Schleier,
die sich vor neuen Frauen
und neuen Wegen auftun.
Bis der Schleier fällt
bin ich noch
in Gedanken nur bei dir,
werd' die Illusion genießen,
die Täuschung,
der doch an Schönheit
nichts fehlen kann.
Du bist
nur eine Täuschung.
Weil ich dich in mir
sehen kann, was nicht ist.
Du bist nicht in mir -
vergiss die kleinen Momente,
wo du es warst -
du bist auf deinem Weg,
gehst ihn allein und voll Wille,
weiter Richtung
Meer, weil du nun mal
mehr bist, wie du bist.
Ich sollte dir sagen,
dass ich es nun verstehe,
dass ich nun weiß,
was dich die ganze Zeit weiter zog.
Ich will dir sagen,
dass der Käfig nun offen ist,
du gehen kannst,
ich versteh nun den Zweck,
ich werd' nicht länger halten,
doch du...
bist längst schon weg.
[soundtrack: Hypersomnia - Masha Qrella]
08/07/11 petit Indien
[o]
hey bella,
AntwortenLöschendu weißt dass ich absoluter fan deiner gedichte bin..und zwar weil du wunderschöne bilder findest und in deinen gedichten immer ein wandel zu spüren ist.
zudem liebe ich bei diesem gedicht deinen schluss, der zeigt wie naiv gefühle nun einmal sind, wie schwer zu fassen mit dem verstand..
ich bin aber froh, dass ich zuvor wusste wie und warum das gedicht entstanden ist...^^
du gehst dieses thema wunderbar an, beleuchtest es in all seinen facetten, schreibst darüber persönlich und doch so, dass es die worte jedes unglich liebenden sein könnten..
also kurz gesagt: ein meisterstück!
caroline...oder caro boooonde
hi bella,
AntwortenLöschenein wirklich schönes Gedicht mit sehr vielen versteckten Hintergründen.
Wenn man es aufmerksam liest, hat es einen wirklich schönen tiefen Sinn.
Es gefällt mir wirklich sehr gut :)
Sabbel